Monatsbrief Januar 2020

Wenn das alte Jahr 2019 endet und das neue 2020 beginnt, ändert sich nicht wirklich etwas. Es geht alles so weiter wie bisher. Wirkliche Wendepunkte im Leben sehen anders aus: Übergänge in eine andere Lebensphase, Wechsel von Beruf oder Wohnort, Trennungen oder neues Finden von geliebten Menschen – da verändert sich das Lebensgefühl wirklich. Trotzdem ist der Jahreswechsel für viele bedeutsam. Wir spüren, wie die Zeit verrinnt. Das kann tröstlich wirken oder bedrohlich. Im Gedicht von Christian Morgenstern hat die verrinnende Zeit keine bedrohliche, sondern eine tröstliche Botschaft: Unsere Lebenszeit geht nicht verloren sie mündet im Ewigen, wie ein Fluss im Meer: „Am Bergeshang auf moosigem Stein/den nie noch traf der Sonne Strahl/ rast ich; vor mir ein Wässerlein/ -der Regen schuf es – rinnt zu Tal./ Es gleitet leis, unhörbar sacht/und doch dabei voll Eil uns Hast/ als ließe eine dunkle Macht/es nirgends finden Halt und Rast./ Die Kronen flüstern ernst im Wind:/ So rinnt die Zeit, so rinnt die Zeit/ so schnell, so still – bis sie verrinnt/ dereinst im Meer der Ewigkeit.“

Hier: Monatsbrief Januar 2020

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